Chronik aus der Festschrift zum 125-jährigen Gründungsfest 1999
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| Chronik aus der Festschrift zum 125-jährigen Gründungsfest 1999 |
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Bei seiner Gründung im Jahr 1874 war Joseph Biermeier, Bauer in Unterellenbach, Kommandant, der Müller Franz Würzinger Erlachmühle war Spritzenzugführer, Gütler Michael Leitl aus Schwarzach der Führer der Rettungs- und Ordnungsmänner. Ihnen standen 25 Feuerwehrmänner zur Seite. Diese Männer hatten sich zur Aufgabe gestellt, mit einfachsten Löschgeräten Brände zu löschen.
Löschgeräte aus den Gründerjahren
Uniformen und Löschgeräte wie Eimer aus Holz, Leder oder Hanf, Leitern und Feuerhaken mussten sich die Feuerwehrmänner selbst kaufen. Aufbewahrt wurden diese Löschgeräte meist an Haus- oder Scheunenwänden.
Feuerhaken und Leiter beim Anwesen Schlederer (Zitzl) in Schwarzach.
Die Gasträume der Brauerei von Franz Xaver Leeb in Leebbergheim waren das Vereinslokal.
Aus dieser Zeit dürften auch die ersten Uniformen stammen:
schwarze Röcke mit silberfarbenen Knöpfen und Messinghelmen. 
Anlässlich eines Volksfestzuges ist die Feuerwehr Schwarzach in historischen Uniformen gekleidet.
Nach einem Kassenbericht vom 22. März 1925 wurden zu dieser Zeit für 37,50 RM 15 Stück Messinghelme an die Freiwillige Feuerwehr Hengersberg verkauft, da die Feuerwehr Schwarzach nur noch Lederhelme beschaffte.
1885 - 1887
Nach vorhandenen Inspektionsplänen des Bezirksvertreters Albert für die Jahre 1885, 1886 und 1887 musste die Freiwillige Feuerwehr Schwarzach in Niederalteich bzw. Hengersberg an Besichtigungen durch die Bezirksvertreter teilnehmen.
Wie aus nachfolgendem Inspektionsplan des Jahres 1885 (Blatt2 Nr. 15) ersichtlich ist, wurde die Feuerwehr Schwarzach am 13. September 1885 neben den Freiwilligen Feuerwehren Altenufer, Hengersberg, Niederalteich und der Pflichtfeuerwehr Niederalteich durch den Bezirksvertreter Höfling besichtigt.

1897
Großbrand in Schwarzach
Bei Drescharbeiten wird der Greinederhof (an der Ohe südlich des Bauernhofes von Josef Unverdorben gelegen) vollkommen eingeäschert. Das Wohnhaus, alle landwirtschaftlichen Gebäude sowie Dampf- und Dreschmaschine wurden ein Raub der Flammen. Nur ein Teil des Viehbestandes konnte gerettet werden. Dieses traurige Ereignis war Anlass, bei den Bürgern und dem Gemeindeausschuss das Interesse an einer besser ausgerüsteten Feuerwehr zu steigern.
Kurz darauf wurde mit Hand- und Spanndiensten an das vorhandene Gemeindehaus ein Unterstellraum für die Löschgeräte angebaut.
1902
Am 11. August 1902 übergibt Bürgermeister Johann Wallner der Freiwilligen Feuerwehr die von der Feuerwehrfabrik Justus Christian Braun Nürnberg gekaufte vierräderige Saug- und Druckspritze (Kaufpreis 1350 RM). Außerdem wurden für Schläuche und andere Ausrüstung weitere 750 .-RM ausgegeben. Diese Handdruckspritze wurde 1957 nach Viehdorf abgegeben und leider nach 1960 verschrottet. Das gleiche Fabrikat (Bild) ist bei der Freiwilligen Feuerwehr Winzer noch erhalten.
Die erste Fahne der FFW Schwarzach
Unterlagen über Anschaffung und Weihe der vermutlich aus der Gründungszeit stammenden Fahne sind leider nicht vorhanden.
Freiwillige Feuerwehr Schwarzach 1902
erste Reihe sitzend von links:
Josef Knabenbauer Schwarzach Signalist, Max Pfaffinger Schwarzach Steiger, Joh. Weinzierl Schwarzach Sanitäter, Joh. Wallner Schwarzach Bürgermeister, Josef Aigner Schwarzach Ordnungszugführer
zweite Reihe sitzend von links:
Lorenz Schröder Viehdorf, Ludwig Hofmann Viehdorf, Martin Brunner Schwarzach Zugführer, Anton Loibl Schwarzach Kassier, Franz Seraph Würzinger Erlachmühle Hauptmann, Xaver Kröll Schwarzach Adjudant, Michael Reith Schwarzach Zeugwart u. Spritzenmeister, Mathias Weiß Schwarzach, Degenhard Weber Zilling, Martin Oberneder Reisach
dritte Reihe von links:
Ferdinand Weinberger Viehdorf, Michael Haas Schwarzach Vorsteiger, Joh. Weber Buch, Joh. Schlederer Oberreith, Baptist Weiß Reisach, Josef Hohenwarter Buch, Anton Knabenbauer Schwarzach, Alois Süß Ellenbach, Benedikt Bauer Schwarzach, Xaver Grantner Viehdorf
letzte Reihe von links:
Georg Muggentaler Eusching, Michael Biermeier Eusching, Siedersberger Anzenberg, Joh. Graf Zilling, Josef Haas Schwarzach, Alois Rimbeck Schwarzach, Heinrich Sagerer Eusching, Anton Weber Anzenberg, Josef Schober Buch, Wolfgang Sittersberger Oberellenbach Zugführer
24. Januar 1903
In einer Generalversammlung wird von den Mitgliedern der Feuerwehr beschlossen:
1. Zur Alarmierung werden in den Wohnungen der Feuerwehrmänner elektrische Läutwerke angebracht. Die Drähte hierfür sollen zusätzlich zu den Stromleitungen für das elektrische Licht montiert werden. (Die Ortschaft Schwarzach wurde bereits von dem im Jahre 1892 errichteten Elektrizitätswerk Schwarzmühle mit elektrischen Strom versorgt.) Mit diesen Läutwerken konnten die Feuerwehrmänner gleichzeitig von Hengersberg und Schwarzach aus alarmiert werden. Den Auftrag erhielt die Firma Friedrich Heller aus Nürnberg zu einem Preis von 262 RM.
2. Aus Vereinsmitteln wird eine zweirädrige Schubleiter zu einem Preis von 250 RM gekauft.
Fabrikschild der Schwarzacher Leiter
19. März 1906 Großbrand in Leebbergheim
Der Bericht in der Chronik lautete:
Der Brand ist in der Brauerei ausgebrochen und es wurden Brauerei,Schupfen und Stadl vom Feuer verheert, der ganze nördliche Teil.
1908
Wechsel des Vereinslokals
Ab diesem Jahr wurden die Versammlungen der Freiwilligen Feuerwehr in die Lokalitäten des von Michael Zollinger in Schwarzach gegründeten Gasthaus abgehalten.
1910
Auf Betreiben des Feuerwehr-Bezirksvertreter Josef Streibl wird beim Feuerwehrhaus ein Schlauchturm errichtet. Auf dessen Turm wurde zur besseren Alarmierung der Feuerwehrmänner aus umliegenden Ortschaften eine Feuerglocke angebracht.

Diese Glocke ist jetzt noch im Dachgeschoss des jetzigen Feuerwehrgerätehauses vorhanden und könnte bei Ausfall der Sirene zur Alarmierung der Feuerwehrmänner dienen.


